Tunnelstudien: Alter Wein in neuen Schläuchen

Die Bürger von Rapperswil und Jona haben am 25. September 2011 klar zum Ausdruck gebracht, dass eine offensichtliche Murkslösung für die Bewältigung des Transitverkehrs nicht in Frage kommt. Die damalige Stadtregierung hat sich zu lang auf eine halbbatzige Lösung versteift und ist damit zu Recht gescheitert.

 

Weil allein die Ablehnung des Projekts noch keine Lösung bedeutet, ist mit der Einsetzung einer Steuerungsgruppe ein neuer Anfang gemacht worden. Dieses Spurteam soll fürs Erste einen Weg aufzeigen, wie das Problem in einem neuen Planungsprozess angepackt werden soll. Soweit so gut.

 

Aber die Krux besteht in der Tatsache, dass in der Sondiergruppe teils die gleichen Leute sitzen, die sich schon für das gekippte Projekt ereifern konnten. Noch unverständlicher ist, dass der Findungscrew selbst wieder das gleiche Verkehrsingenieurbüro (Basler + Partner) beistehen soll, das schon in den zurückliegenden Jahren die Entscheidungsgrundlagen  lieferte und mit seinen Annahmen und Thesen in die Sackgasse führte. Dazu kommen etliche Platzhirsche der lokalen Ingenieurzunft, für die sich im Dunst des Bauhorizonts attraktive Futterkrippen (Honoraraufträge für Projektierung und Ausführung) ausmachen lassen. Kann man ja auch verstehen, denn eine gewisse lokale und regionale Wertschöpfung soll möglich sein.

 

Aber: Kann wirklich ein erfolgversprechender Neuanfang mit mutigen Visionen und Ideen gelingen, wenn in Schlüsselfunktionen wieder Teile der alten Garde werkeln? Wir meinen, man müsste neuen, auch jungen Leuten den Weg frei machen, um gute, zukunftstaugliche Lösungen erdenken, erstreiten, entwickeln zu können. Zu diesen neuen Kräften würde unseres Erachtens auch ein neuer Fachplaner für Verkehrsfragen gehören.

 

Und ausserdem: Wenn man aus städtischen Regierungskreisen hört, es könne durchaus 10 Jahre dauern, bis eine neue Lösung stehe, dann bezweifeln wir, dass mit der gebotenen Ernsthaftigkeit ans Werk gegangen wird. Es ist ganz einfach schäbig und zu wenig, was der Stadtrat dazu im eben erschienenen Amtsbericht 2011 (S. 80) zu sagen hat; gewinnende Kommunikation sieht anders aus.

 

Fazit: Die Stadt muss in kürzeren, regelmässigen Abständen informieren, was in der so elementar wichtigen Problematik der Verkehrsentlastung läuft. Und sie muss prüfen, ob sie mit den alten Pferden im Stall den notwendigen, entschlossenen Galopp um eine wirksame Verkehrsentlastung gewinnen kann.

 

FOX, Oliver Bühler, 8. Juni 2012

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